Raúl Krauthausen: „Ich bin wie jeder andere Mensch“

Raúl Krauthausen setzt sich als Inklusions-Aktivist dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich zur Gesellschaft gehören. Wo er dabei in Deutschland Nachholbedarf sieht, hat er dem Apotheken Magazin in der aktuellen Ausgabe erzählt.

 

Die Behinderten-Arbeit in Deutschland krankt laut Krauthausen daran, dass Behinderte zu wenig in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. „Das Problem in Deutschland ist, dass Nicht-Behinderte definieren, wo Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe anfängt und wo sie aufhört. Vieles geht angeblich nicht und man fragt sich, wer das eigentlich entscheidet. Menschen mit Behinderung werden an Diskussionen darüber meist nicht beteiligt.“

 

Er hat eine Reihe von Ideen, bei denen nachgebessert werden müsste. Diese sieht er im öffentlichen Nahverkehr, auf dem Bildungssektor und bei der Berufswahl. „Die Bahn und der öffentliche Nahverkehr sind für Menschen mit Behinderung häufig nicht zugänglich. Außerdem gibt es riesige Schwierigkeiten im Bildungsbereich: In der Schule bekommen Kinder immer häufiger Diagnosen wie ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, Anm. d. Red.), Autismus, Lernbehinderung. Die Lehrenden ziehen sich darauf zurück, dass sie sich damit nicht auskennen, weil sie dafür nicht ausgebildet wurden. Dann werden diese Kinder in Förderschulen gesteckt. Ich meine, dass nicht hinter jedem Schüler mit Behinderung eine Fachkraft stehen muss. Die Eltern sind für den Umgang mit ihren Kindern ja auch nicht ausgebildet. Gemeinsame Bildung ist für mich ein Grundrecht, über das man nicht ständig diskutieren muss. Ebenso wie das Recht auf einen Arbeitsplatz außerhalb einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Dafür setze ich mich ein.“

 

Außerdem in diesem Heft: Vitamine und Co.: Wer braucht mehr? +++ Fußball-WM: Die Mannschaftsapotheke ist bereit +++ Viren können auch heilen

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