Blutzucker: Achtung bei Infekten

Ob Erkältung oder Magen-Darm-Probleme: Wenn der Körper mit einer Krankheit beschäftigt ist, spielen oft die Blutzuckerwerte verrückt. Was dann zu tun ist, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Hohe Zuckerwerte treten teilweise schon auf, bevor sich die ersten Symptome einer Erkältung zeigen. Je heftiger die Infektion, desto stärker kann auch der Blutzucker aus der Balance geraten. Menschen, die aufgrund einer Insulintherapie ihren Blutzucker regelmäßig messen, können das leicht feststellen. Experten empfehlen diesen Patienten, den Blutzucker besonders engmaschig zu kontrollieren. Wer den Diabetes mit Medikamenten behandelt, hat häufig kein Messgerät und Teststreifen zur Verfügung. In diesem Fall kann der Arzt mitunter aushelfen. Er kann in Ausnahmesituationen mit instabiler Stoffwechsellage Blutzuckerteststreifen verschreiben.

Erhöhte Zuckerwerte erfordern die Anpassung der Therapie. Menschen, die noch wenig Erfahrung mit der Insulintherapie haben oder auf ein Mischinsulin eingestellt sind, besprechen die Therapieveränderung am besten mit ihrem Arzt. Wer sich mit der Insulintherapie gut auskennt, kann vorsichtig die Menge des Basal- und Mahlzeiteninsulins erhöhen. Eine Faustformel besagt: Bei Fieber die Insulinmenge pro Grad über 37,5 Grad Celsius um 10 bis 20 Prozent erhöhen - vorausgesetzt, man kontrolliert häufig die Werte und leidet nicht unter Durchfall und Erbrechen. Steigen die Werte dennoch auf mehr als 250 mg/dl, könnte es zu einer Übersäuerung des Blutes, zu einer Ketoazidose kommen. Im Zweifel jedoch immer einen Arzt informieren.

Auch bei Menschen, die blutzuckersenkende Medikamente nehmen, steigt der Zuckerwert bei Fieber mitunter an. Bei schweren Infekten kann Metformin eine gefährliche Übersäuerung begünstigen. Dennoch sollte man Medikamente nie leichtfertig absetzen, sondern die Therapieanpassung immer mit dem Arzt besprechen.

Der gegenteilige Effekt, nämlich dass eine Unterzuckerung droht, ist vor allem bei Magen-Darm-Infekten, die mit Durchfall und Erbrechen einhergehen, gegeben. Durch die geringere Nahrungsaufnahme gelangt weniger Zucker ins Blut. Besondere Vorsicht ist bei einer Insulintherapie angeraten. Es kann nötig sein, die Menge an Basalinsulin zu verringern. Das Mahlzeiteninsulin keinesfalls vor, sondern besser eine Weile nach dem Essen spritzen. So kann man abwarten, ob man das Essen bei sich behält. Bei Unsicherheiten immer den Arzt um Rat fragen.

Außerdem in diesem Heft: Beim Herzrhythmus im Takt bleiben +++ Autounfall durch Medikamente? +++ Beauty-Präparate sind eine Sache des Hauttyps

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"